Waldbadviertel

Ort Köln
Auftraggeber GAG Immobilien AG
Architekten Dewey Muller Architekten, LORENZEN MAYER ARCHITEKTEN GmbH, meuterarchitekturbüro, ASTOC Architects and Planners
Leistungsumfang Wettbewerb 3. Preis, Objektplanung LP 3 - 8
Fläche 4,4 ha
Planungszeitraum 2011 - 2014
Realisierungszeitraum 2013 - 2016

Fotografie: Johannes Zell
In Bearbeitung: Änderungen vorbehalten
Auszeichnung: 1. Preis "Viertel vor Grün" Wettbewerb für ein grünes Wohnumfeld

Die Entwicklung des städtebaulichen Areals „Waldbadviertel“ wurde durch einen 2010 durchgeführten Wettbewerb angestoßen. Durch unterschiedliche Baufelder, die von mehreren Architekten geplant wurden, ist im Waldbadviertel eine differenzierte Bautypologie entstanden. Hinsichtlich der Verbindung der einzelnen Baukörper kommt der Freiraumplanung eine besondere Bedeutung zu.
Das Herzstück des circa 4,4 ha großen Freiraums ist ein durchgängiger Grünzug, der als Wiesenmäander von der Saarsiedlung bis zum Vingster Waldbad verläuft und sowohl die Baufelder als auch die Grünflächen miteinander verbindet. Die Orientierung und Lage des Grünzuges resultiert aus den vorgefundenen Anknüpfungspunkten: Die Saarsiedlung im Osten, das Vingster Waldbad im Westen, der Streuobstwiese im Norden sowie dem Erholungswald im Süden.
Öffentliche, halböffentliche und private Freiflächen werden klar differenziert. Mietergärten und Loggien fungieren als Puffer oder Schwellen ins Private und Intime. Die privaten Gärten werden durch eine einheitliche Heckenbepflanzung von den übrigen Freianlagen abgegrenzt. Der öffentliche Grünzug übernimmt die Rolle als Verbindungselement in die angrenzenden Quartiere und Naturräume. Im Grünzug sind Spielinseln und Ruhezonen für Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Altersklassen sowie für Erwachsene verteilt. Hier hat das Sicherheitskonzept der „kurzen Wege“ Anwendung gefunden: Die Kinder können die Spielinseln aus den jeweiligen Wohngebäuden erreichen, ohne eine Straße queren zu müssen.  
Drei Quartiersplätze dienen den Bewohnern als Treffpunkt, Kommunikationsort und zur Durchführung von kleineren Veranstaltungen wie zum Beispiel Quartiersfesten. Die Plätze sind mit jeweils verschiedenen Zierkirschenarten bestanden, sodass sie sich in der Blütezeit durch die unterschiedlichen Blüh- und Farbaspekte differenzieren.
Durch ihre naturnahe Gestaltung fügen sich die Freianlagen harmonisch in die Umgebung aus Wald und Wiesen ein. Es wurden einheimische Gehölze wie zum Beispiel Birken und Weiden verwendet.  Die Vegetation ist in extensive und intensive Bereiche unterteilt, um den Unterhaltsaufwand zu reduzieren. Dies macht sich letztendlich auch bei den Betriebskosten für die Mieter positiv bemerkbar. Weiterhin sind überwiegend wasserdurchlässige Materialen verwendet worden um den Versieglungsgrad auf ein Minimum zu reduzieren. Die Spielinseln und Spielgeräte sind mit naturbelassenen Hölzern gestaltet.